Stellungnahme der Selbsthilfeverbände
ADHS Deutschland e.V.
Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.
Tourette Gesellschaft Deutschland e.V.

Im Rahmen des Kongresses "Wider das Stigma" zu Diagnostik und Therapie von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), Zwangserkrankungen und Tic-Störungen vom 09. bis 11. Oktober 2008 in Hannover beschlossen die beteiligten Selbsthilfeverbände eine gemeinsame Erklärung. Darin treten sie für eine flächendeckende Versorgung und Betreuung der betroffenen Patienten und ihrer Familien durch qualifizierte Ärzte und Therapeuten ein. Defizite sehen die Verbände insbesondere in der Aufnahme neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse in die ärztliche und psychotherapeutische Praxis. Zugleich bedingt die noch immer unzureichende Zusammenarbeit von Fachleuten unterschiedlicher Disziplinen erhebliche Verzögerung bei der Identifikation pathologischer Beeinträchtigungen und die Überweisung der betroffenen Patienten zu Experten. Auch ergeben sich im Alltag häufig lange Wartezeiten bei Kliniken, Ambulanzen, niedergelassenen Ärzten und Therapeuten. Durch den Kostendruck im Gesundheitswesen bleibt zudem immer weniger Zeit zu einer an den Leitlinien der Fachgesellschaften orientierten Diagnostik und Therapie. Demgegenüber hat sich der Austausch zwischen Selbsthilfeverbänden und Fachleuten in den letzten Jahren deutlich verbessert. Wissenschaft und ärztlich-therapeutische Praxis profitieren dabei in gleichem Maße von den Erfahrungen der Betroffenen wie diese vom wachsenden Wissen der Experten.

Hannover, 10. Oktober 2008

Dr. Myriam Menter      Antonia Peters   ▫   Michaela Flecken