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Die TGD beim 33.
Evangelischen Kirchentag 2011 in Dresden
In diesem Jahr nahm die
Tourette-Gesellschaft Deutschland (TGD)
vom 01.6.11 bis zum 05.06.11 am 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in
Dresden teil. Mit viel Informationsmaterial zum Tourette-Syndrom im Gepäck
und Ankündigungsplakaten für den neuen Kinofilm "Ein Tick anders",
Kinostart am 07.07.11, schmückten wir, Lars Gruschka, Julia Hauke (beide
SHG Leipzig), Melanie Bödeker (2. Vorsitzende TGD) und ich, Gabi Richter
(SHG Soltau), liebevoll unseren Stand in der Halle im "Markt der Möglichkeiten".
In diesem Markt der Möglichkeiten waren viele andere Selbsthilfeverbände
und gemeinnützige Vereine untergebracht. So viele, wie bei keinem anderen
Kirchentag jemals zuvor. Hier konnten schon am ersten Aufbautag viele
interessante Kontakte geknüpft werden und hier begann auch schon unsere
Aufklärungsarbeit. Lars hatte starke Vokaltics und erfüllte immer wieder
die noch leere Messehalle mit lauten Rufen, was den anderen Ausstellern
nicht unbemerkt blieb.
Zum "Abend der Begegnung" kamen eine Viertelmillion Menschen,
man sah echt überall nur noch Menschen. Die öffentlichen Verkehrsmittel
waren mehr als verstopft, so dass nach kurzer Zeit der öffentliche
Nahverkehr zum Stillstand kam. Ein Bild, was uns auch sehr imponierte,
waren zwei junge Menschen, die mit einem Schild vor der Frauenkirche
standen, welches den Schriftzug hatte "Kirche überfüllt". Wo
sieht man heute noch derartige Hinweise?
Nervös
und aufgeregt machten wir uns am nächsten Morgen auf in die Messehalle
zum ersten Ausstellungstag. Wird unser Informationsstand gut ankommen? Ist
es wirklich richtig, dass die TGD an einem Kirchentag teilnimmt? Schnell
merkten wir, dass all unsere Sorgen völlig unbegründet waren. Es kam uns
fast so vor, als würden wir magisch das doch relativ junge Publikum an
unseren Infostand ziehen. Immer wieder mussten wir die Frage beantworten
"Was ist ein Tourette-Syndrom?" Hier konnten wir Aufklärungsarbeit
von Anfang an leisten.
Ich durfte die Erfahrung machen, dass es viele junge Menschen gibt, die
sich ehrlich für das Thema interessieren und die nach einer guten Aufklärung
nicht mehr über meine Tics lachen konnten. Ich wurde oft gefragt, wie ich
mit der Erkrankung im Leben zurechtkomme. Passend zum Kirchentagsmotto
"Da wird auch dein Herz sein", erzählte ich den Besuchern, dass
man lernt mit dem Tourette-Syndrom zu leben und dass es mir ein sehr großes
Bedürfnis ist, die TGD bei ihrer Aufklärungsarbeit zu unterstützen,
damit wir Tourette-Betroffenen nicht mehr so viel verspottet, gemobbt und
ausgegrenzt werden.
Es herrschte ein enorm großes Interesse an unserem Informationsmaterial,
was uns sehr freute. Man hatte auch das Gefühl, dass dieses wirklich
mitgenommen wurde, um sich weitergehend zu informieren.
Rund um den Markt der Möglichkeiten gab es viele andere Aussteller, die
ihre Arbeiten präsentierten. Besonders ist uns hier der Stand einer
Elterninitiative aufgefallen, die sich mit Gewalt an Schulen
auseinandersetzt. Leider ist das ein immer größer werdendes Problem.
Diese Elterninitiative wurde nach dem Amoklauf in Winnenden gegründet und
besteht nur aus Eltern, die bei dieser schrecklichen Tat ein Kind verloren
haben. Mit diesen Eltern hatten wir schnell eine Frage gefunden, die auch
uns brennend interessiert: warum ist die Gewalt an unseren Schulen so
verbreitet bzw. warum ist die Gewaltbereitschaft unserer Kinder und
Jugendlichen so hoch?
Zusammenfassend kann man sagen, dass unsere Zeit beim Evangelischen
Kirchentag in Dresden sehr erfolgreich war für die TGD und ihre Öffentlichkeitsarbeit.
Gabi Richter
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