Bericht vom SHG-Leitertreffen in Duisburg vom 06.-07.06.09

In diesem Jahr war die SHG Duisburg unser Gastgeber und wir waren alle sehr gespannt auf Lars mit Birgit und ihr Cafe "Doktor Hanf". Pünktlich bis 14.00 Uhr fanden sich alle Teilnehmer im Hotel ein und wir machten uns gemeinsam auf den Weg zu Lars. Dort wurden wir mit Kaffee, selbst gebackenen Kuchen und Erfrischungsgetränken begrüßt. In gemütlicher Runde und frisch gestärkt konnten wir mit dem offiziellen Teil unseres Treffens beginnen.

Da einige Neulinge unter uns waren, stellte jede SHG sich und ihre Arbeit vor Ort nochmals vor. Die SHG Duisburg möchte gerne einmal jährlich ein Angebot für Kinder mit TS machen. In diesem Jahr wird es ein Piratenwochenende mit Zeltübernachtung an der niederländischen Grenze sein. Unsere "Neuen", Doris aus der Nähe von Stuttgart und schon seit einiger Zeit telefonische Ansprechpartnerin für die TGD, hat einen Sohn mit Tourette. Sie ist interessiert daran, zusammen mit einem jungen Mann, der auch an TS erkrankt ist, eine SHG für den Kreis Stuttgart aufzubauen. Erste Vorgespräche laufen schon. Und Günther aus Dortmund, mit TS und ADHS, möchte gerne das Angebot im Ruhrgebiet erweitern und eine SHG nur für Erwachsene mit TS gründen. Er möchte den Schwerpunkt seiner Arbeit auf Partnerschaft und Beruf und berufliche Integration legen. Ein wunderbares Angebot. Unser aller Dank an unsere "Neuen".

Öffentlichkeitsarbeit, ein immer wieder aktuelles Thema. Wie kann sie noch verbessert werden, wie können neue Mitglieder geworben und die Arbeit vor Ort weiter gestärkt werden? Es wurde eifrig diskutiert und viele Vorschläge wurden in die Runde geworfen, wie u.a. die Teilnahme an Info-Tagen vor Ort am Beispiel des Tages der Gesundheit, die Teilnahme als Lauf-Gruppe in TS-T-Shirts bei Sportfesten oder Benefizveranstaltungen, örtliche TV-Sender und Presse ansprechen.

Aus aktuellem Anlass kam auch das Thema "Solidarität zur TGD" auf. Ausschlaggebend für die Diskussion war, dass eine SHG an einer größeren Veranstaltung vor Ort teilnehmen wollte und der Vorstand der TGD um Unterstützung gebeten wurde. Es fand ein intensiver Emailaustausch statt. Ein Kurztext für den offiziellen Veranstaltungsflyer wurde vorgeschlagen, das internationale Logo für Tourette übermittelt, Info-Material und Bücher versandt. Alles sehr zeit- und kostenintensiv. Letztendlich mussten wir dann feststellen, dass vor Ort in Presse und Veranstaltungsflyer die TGD nicht benannt wurde, sondern nur mit großem Logo eine andere Gesellschaft, die sich mit Tics und TS beschäftigt. Alle Anwesenden waren sich einig, dass gerade bei größeren Veranstaltungen vor Ort verstärkt Öffentlichkeitsarbeit für die eigene Gesellschaft (TGD) und somit auch Mitgliederwerbung zur Stärkung des Vereins betrieben werden soll. Dies sollte für jede SHG als Mitglied der TGD selbstverständlich sein.

Gegen 16.00 Uhr konnten wir Frau Dr. Irene Neuner in unserer Runde begrüßen. Sie stellte ihre Forschungsarbeit in Jülich vor, die jetzt verstärkt vorangetrieben und in ca. drei Monaten mit weiteren Probanden fortgesetzt wird. Danach hatte jeder Teilnehmer die Möglichkeit, Fragen rund um das Tourette-Syndrom zu stellen, besonders die medikamentöse Behandlung wurde rege diskutiert.

Die Zeit verging wie im Fluge und das italienische Restaurant, bei dem Lars einen Tisch für uns reserviert hatte, musste über eine Stunde auf uns warten. Bei Pizza, Pasta und Salat ließen wir in gemütlicher Runde den Abend ausklingen und fielen alle todmüde ins Bett.

Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam und pünktlich um 10.00 Uhr ging unsere Fahrt los Richtung Lars. Leider machte uns jedoch der Ruhr-Marathon einen Strich durch die Rechnung. Was wir nicht wussten, alle Rheinuferstraßen und Brücken waren für den Verkehr gesperrt und nach einer langen Irrfahrt im Convoi durch Duisburg und einer Diskussion mit der Polizei, beschlossen wir mitten auf der Straße unser Leitertreffen zu beenden. Die einen machten sich zu Fuß in Richtung Bahnhof auf den Weg und alle Fahrzeugführer versuchten, über tausend Umwege Richtung Autobahn zu gelangen. So konnten folgende Infos nur noch per Email an alle Teilnehmer verschickt werden: Viele Städte und Gemeinden bieten seit kurzem eine Ehrenamtskarte an. Mit dieser Karte verbunden sind Vergünstigungen in öffentlichen Einrichtungen, so z.B. Schwimmbädern, Museen, Theatern und bei Konzerten. Auch manche Geschäfte geben beim Einkauf Prozente an Besitzer der Ehrenamtskarte. Nähere Infos dazu bitte über die SHG-Ruhrgebiet erfragen.

Das nächste Treffen findet in Soltau bei Hannover statt. Gabi Richter, Leiterin der SHG, wird uns in ihre Teestube einladen und vor Ort das Treffen organisieren. An dieser Stelle schon ein herzliches Dankeschön! Ganz herzlichen Dank auch an alle Teilnehmer des diesjährigen Treffens. Auch wenn wir es so jäh beenden mussten, war es doch eine rundum gelungene Veranstaltung mit regem Austausch und vielen neuen Informationen.

Unser aller Dank an Frau Dr. Neuner, die ihren freien Samstag für uns geopfert hat und mehrere Stunden Rede und Antwort stand.

Wir freuen uns schon auf ein Wiedersehen 2010 in Soltau.

Herzliche Grüße
Michaela Flecken