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Bericht
über die Arbeit der Selbsthilfegruppe Bremen 2003/2004 von
Sigrid Bubeck Im Januar 2003 trafen wir uns zum
ersten Mal im Gesundheitsamt Bremen, um über die Gründung einer
Tourette-Selbsthilfegruppe zu sprechen. Wir, das waren eine Mitarbeiterin
vom Gesundheitsamt, die uns in der Gründungsphase unterstützte, sowie
drei am Thema Interessierte. Gründungsmitglieder: Sylvia Faust, ein
junger Touretter, Sigrid Bubeck. Am 26.03.2003 fand dann das erste
offizielle Gruppentreffen statt, nachdem ein kleiner Artikel in der
Tageszeitung "Weser-Kurier" erschienen war.
Im März 2004 konnten wir nun den ersten Geburtstag der Gruppe
feiern mit inzwischen 9 betroffenen Familien. Es
liegt ein Jahr mit vielen Stationen hinter uns. Mit kleinen
Zeitungsartikeln haben wir zuerst auf uns aufmerksam gemacht. Über
das Gesundheitsamt wurden Flyer gedruckt, die bei verschiedenen
Gelegenheiten verteilt wurden. Neben den regelmäßigen monatlichen
Gruppentreffen nahmen wir an diversen Veranstaltungen teil. Im August 2003
organisierten wir einen Informationsstand beim Wachmannstraßen-Fest in
Schwachhausen und im September 2003 beim Horner Mühlenfest. Es wurden
fleißig Kuchen, Pizzataschen und Kaffee verkauft, Kinder mit Dosenwerfen
vergnügt und natürlich Flyer und Tourette-Informationsmaterial verteilt.
Referate über TS an Schulen und ein Informationsstand über TS und AD(H)S
am "Tag der offenen Tür" am Schulzentrum Ronzelenstraße gehörten
auch zu unseren Aktivitäten. Wir stellten uns immer wieder für
Interviews zur Verfügung, um auf uns aufmerksam zu machen, über Tourette
aufzuklären und neue Gruppenmitglieder zu werben. Es erschienen Artikel
im "Weser-Kurier", im "Delmenhorster Kreisblatt", in
der "Nordseezeitung" (Bremerhaven), im
"Sonntagsjournal" (Kreis Bremerhaven) und in der
"Kreiszeitung" (Bereich rund um Bremen). Höhepunkt war am
13.12.2003 die Sonderseite über Tourette im "Weser-Kurier". Die
Redakteurin Sabine Doll hat eine fantastische Seite über Tourette
zusammengestellt. Zu den gemeinsamen Aktivitäten gehörte
auch eine Weihnachtsfeier. Das absolute Highlight fand dann am
18.02.2004 statt. Wir organisierten in Zusammenarbeit mit dem
Gesundheitsamt Bremen, dem Landesinstitut für Schule, der Ärztekammer
Bremen und der Tourette-Gesellschaft Deutschland eine für Ärzte und
Lehrer anerkannte Fortbildungsveranstaltung. Angesprochen
waren aber auch Eltern, Erzieher, Betroffene und Interessierte. Das
Thema lautete: "Das Tourette-Syndrom in der medizinischen Praxis und
im pädagogischen Alltag". Die Veranstaltung fand im großen Hörsaal
der Medizinischen Klinik im Krankenhaus St.-Jürgen-Straße statt. Dieser
Veranstaltung gingen zwei Radiointerviews und drei Zeitungsartikel voraus,
die wohl mit dafür sorgten, dass der Saal gut besetzt war. Für die Fortbildungsveranstaltung
konnten wir Dr. Henrik Uebel von der Universität Göttingen und den
Sozialpädagogen Berthold Grave (Neuenkirchen/Vörden) als Referenten
gewinnen. Ein TV-Beitrag am 18.02.2004 im
Regionalfernsehen von Radio Bremen bei "buten un binnen" lief
zeitgleich zu unserer Veranstaltung. Mitwirkende: Sylvia Faust und
Christoph Bubeck (Betroffene), Sigrid Bubeck und Dr. Henrik Uebel. Der
Dreh mit dem Fernsehteam war ziemlich anstrengend und
gewöhnungsbedürftig. Aber wir fanden den Beitrag sehr
gelungen und wurden von vielen Zuschauern und Zuhörern hinterher
darauf angesprochen. Wir waren gegen 16.00 Uhr im Krankenhaus und bauten unsere Tische mit dem Informationsmaterial und der Verpflegung auf.
Gegen 17.00 Uhr strömten dann schon
die ersten Leute herein. Die Resonanz überraschte uns. Wir schätzen die
Zahl der Teilnehmer/innen auf ca. 150 Personen: 35
Ärzte, 40 Lehrer, der Rest setzte sich aus SHG-Mitgliedern,
Interessierten und Betroffenen zusammen, die nicht nur aus Bremen und dem
Umland, sondern teilweise von weiter her angereist waren (Wolfsburg,
Hannover, Stuttgart usw.).
Ich begrüßte die Gäste unserer Veranstaltung, danach sprach die Bremer Sozialsenatorin Karin Röpke zu den Anwesenden. Sie richtete ebenfalls Grußworte an die Zuhörer und würdigte die Arbeit unserer Selbsthilfegruppe.
Dann referierte Dr. Uebel, der positiv
überrascht war von der guten Organisation und der großen Menge der Zuhörer.
Er klärte umfassend über Tourette auf. Nach einer kurzen Verschnaufpause
sprach Berthold Grave, der mit einem packenden Vortrag die Zuhörer
fesselte.
Im Anschluss konnten noch Fragen
gestellt werden, was auch genutzt wurde. Hinterher haben wir dann mit
Berthold Grave und einigen Gästen erst einmal mit Sekt auf die gelungene
Veranstaltung angestoßen. Wir waren total zufrieden und glücklich, dass
alles so gut geklappt hatte. Ich möchte mich noch einmal ganz herzlich
bei allen bedanken, die zum guten Gelingen dieser Veranstaltung
beigetragen haben.
Die Tourette-Selbsthilfegruppe Bremen
ist inzwischen Mitglied des Selbsthilfe-Aktionskreises "Bremer
Topf" und vertreten beim "Bremer Netzwerk Selbsthilfe"
(einer Selbsthilfeunterstützerstelle). Im Mai wurde eine Anfrage zu Tourette
in der Bremer Bürgerschaft gestellt, um auf die Misere der Betroffenen im
Schul- und Gesundheitswesen hinzuweisen. Den Beratungslehrern an den
Schulen sollen von der Bildungs- bzw. Sozialbehörde Informationsmaterial
zum Tourette-Syndrom zur Verfügung gestellt werden. Wir werden an der
Sache dran bleiben. Am 3. und 4. September 2004 sind wir
zur 100-Jahr-Feier des Krankenhauses Bremen-Ost eingeladen worden. Wir dürfen
mit einem Informationsstand an den Feierlichkeiten teilnehmen. Es hat sich inzwischen ausgezahlt, an
verschiedenen Veranstaltungen diverser Träger teilgenommen zu haben. Es
wurden schon viele wichtige Kontakte geknüpft, ohne die so einiges nicht
möglich gewesen wäre. Bremen, im September 2004 Sigrid Bubeck
Text- und Fotobearbeitung: Hermann Krämer
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