Bericht über die Arbeit der SHG Bremen 2005

2005 war ein Jahr mit vielen Veranstaltungen. Neben den "normalen" Gruppentreffen fanden ein Grillabend nach den Sommerferien und ein schöner Ausflug im Juni nach Bremerhaven statt. Der "Zoo am Meer" wurde unsicher gemacht. Nach einer Mittagspause in der Sonne genossen wir über eine Stunde lang die Fahrt mit einem Weser-Schiff, Sonnenbrand inklusive. Persönliche Kontakte ermöglichten uns den Besuch des "Atlanticums" (Meerwasseraquarium).

Informationsveranstaltungen mit Öffentlichkeitsarbeit standen wieder auf dem Programm: in Schulen, auf den Selbsthilfetagen in der Unteren Bremer Rathaushalle und auf dem größten Pädiatriekongress Deutschlands, im Bremer Congress-Centrum (2006 in Mainz). Lange vorbereitet war das Tourette-Symposium: "Tourette-Syndrom – Aspekte einer ungewöhnlichen Erkrankung" am 18. und 19. November im Klinikum Bremen-Mitte. An den zwei Tagen konnten wir an die 300 Besucher begrüßen, die an der Lehrer- und Ärztefortbildung teilnahmen. Die Resonanz von Tourette-Betroffenen und ihren Angehörigen war sehr groß. Die Besucher kamen aus ganz Deutschland: von Kiel bis München. Nach Ende der Veranstaltung wurden die persönlichen Kontakte in einer Kneipe in der Nähe des Krankenhauses vertieft. Einige Besucher durften am Sonntag sogar noch Bremer Grünkohl mit Pinkel probieren, bevor sie sich auf den Weg nach Hause machten.

Die Zusammenarbeit mit den Neurologen des Klinikum Bremen-Ost, der Ärztekammer und dem Landesinstitut war hervorragend. Alle waren mit dem Verlauf der Veranstaltung sehr zufrieden. Die eingeladenen Tourette-Experten Herr Prof. Bartels (Uni Tübingen), Herr Berthold Grave (SHG Osnabrück), Herr Christian Moll (UKE Hamburg), Frau Dr. Müller-Vahl (MH Hannover),  Herr Dr. Münchau (UKE Hamburg) sowie Prof. Zimpel (Uni Hamburg) sorgten für hochkarätige Beiträge.

Prof. Schwendemann und Dr. Ebke (Neurologie, Klinikum Bremen-Ost) sind dabei, eine Tourette-Sprechstunde in Bremen einzurichten. Kontakte sind geknüpft und es ist nur noch eine Frage der Zeit, wann es losgehen kann.

Unsere im letzten Jahr an die Bremer Bürgerschaft eingereichte Petition zur Förderung von Kindern mit Tourette-Syndrom wurde im März 2006 leider abgelehnt. Ein Vertreter der Bildungsbehörde hatte schon im Vorfeld auf dem Symposium durch die Blume verlauten lassen, dass es wohl keinen Tourette-Erlass geben wird. Der Petitionsausschuss ist den Vorgaben der Behörde gefolgt. Allerdings hat die Petition für reichlich Unruhe gesorgt und unvermutete Wellen geschlagen. Im Mai saßen einige Gruppenmitglieder und ich mit Deputierten der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft zusammen. Wir stellten 'Tourette' noch einmal vor, beantworteten Fragen zur Medikation und Problemen, die TS-Betroffene haben, widerlegten in Stichpunkten die Ablehnung der Petition und äußerten unsere Wünsche: z. B. die Pflichtfortbildung von Lehrern über diverse Handicaps von Schülern (wurde für gut befunden). Man sah, dass die Realität mit Tourette-Syndrom doch einen Tic(k) anders ist als die Aktenlage….

Es soll eine weitere Anfrage der CDU an die Bürgerschaft geben (2004 hatten wir schon einmal eine), um die Probleme noch einmal in den Fokus zu nehmen. Pflichtfortbildungen für Lehrer über schulische Handicaps sollen in der Bildungsbehörde angeregt werden. Die Idee, eine Broschüre zu erstellen, die sämtliche Schulhandicaps enthält und Eltern sowie Lehrern zur Verfügung gestellt werden soll, wurde als Anregung aufgenommen und man will versuchen, dieses Projekt in die Tat umzusetzen. Man darf gespannt sein….

Sigrid Bubeck, Mai 2006

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