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Tourette im Talk - Interview mit Waldemar Kobus zum Film "Ein Tick anders" Nach der offiziellen
Kinopremiere in Hamburg stand uns Waldemar Kobus für ein kurzes Interview
zur Verfügung. Daniel Weber: Haben Sie
vor Ein Tick anders
schon einmal etwas von dem
Tourette-Syndrom gehört? Waldemar Kobus: Ich war
damals dabei als Jörn Knebel auf das Tourette-Syndrom gestoßen ist. Das
war in der Schauspielschule in München. Thomas Karl Wilhelm hatte damals
eine Reportage über das Tourette-Syndrom gesehen und diese Jörn Knebel
gezeigt, der ja selber Tics hatte. Damals haben wir alles ausgegraben, was
sich über das Tourette-Syndrom finden ließ, auch wissenschaftliche
Abhandlungen. Daniel: Wie haben Sie
sich auf Ihre Rolle in "Ein Tick anders" vorbereitet? Waldemar Kobus: Da gab es
gar nicht so viel vorzubereiten. Andi Rogenhagen sagte mir damals,
Waldemar, ich brauche nur Deine Herzenswärme. Lacht und fügt hinzu
„das war eine klare Ansage“. Daniel: In dem Film haben
sie sehr viel Verständnis für Eva. Was würde es für sie bedeuten, wenn
sie ein betroffenes Kind hätten? Waldemar Kobus: Ich finde
es eine große Herausforderung den Menschen mit allen ihren Besonderheiten
gerecht zu werden. Ich wäre bereit gewesen, diese Herausforderung
anzunehmen. Bei einem Fahrradurlaub hatte ich das Vergnügen die deutsche
Nationalmannschaft mit Handicaps im Radfahren kennenzulernen und ich war
stark beeindruckt, wie die Sportler mit Ihren Handicaps umgegangen sind. Daniel: Wären Sie bereit
junge Schauspielkollegen mit dem Tourette-Syndrom zu unterstützen? Waldemar Kobus: Aber ja,
natürlich, warum auch nicht? Daniel: In dem Film
werden sie arbeitslos und trainieren Bewerbungsgespräche. Kennen Sie
solche Situationen auch aus Ihrem realen Leben? Waldemar Kobus: Aber ja,
bei den Castings steht man immer wieder auf dem Prüfstand und muss sich
immer wieder neu beweisen. Daniel: Wie würden Sie
reagieren, wenn sie in der Öffentlichkeit mitbekommen, dass jemand
aufgrund seiner Tics ausgelacht oder diskriminiert wird? Waldemar Kobus: Ich würde
auf jeden Fall dazwischen gehen. So etwas darf man nicht tolerieren. Ich
finde es sehr gut, dass die Tourette-Gesellschaft Deutschland diesen Film
unterstützt. Es ist eine sehr gute Aufklärungsarbeit. Die Menschen
sollten lernen, dass das Tourette-Syndrom nicht nur aus Schreien und
Fluchen besteht und, die Koprolalie, eine mögliche Symptomatik des
Tourette-Syndroms, nur bei einem sehr kleinen Prozentteil auftritt. Ich
hoffe der Film kann etwas dazu beitragen. Daniel: Vielen dank Herr Kobus,
dass sie sich extra Zeit für uns genommen haben. Waldemar Kobus: Sehr
gerne, es war mir ein besonderes Vergnügen.
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