|
Fortbildung für Lehrer/innen "Tourette-Syndrom und Schule" am 28.09.09 in Jena Am Sonntag, den 27.09.2009, machten wir (mein Mann, Oliver und ich) uns auf den langen Weg nach Jena. Bei strahlendem Sonnenschein merkten wir schnell, dass Deutschlands Autobahnen scheinbar nur aus Baustellen bestehen. Da wir aber glücklicherweise an einem Sonntag unterwegs waren, kamen wir relativ gut durch. Wir checkten in unserem Hotel ein und schauten uns noch ein wenig die herrliche Altstadt von Jena an. Geschichtlich hat diese Stadt unheimlich viel zu bieten. Die Wohnhäuser einiger großer Dichter (zu ihrer Studentenzeit) waren zu besichtigen, ebenfalls die wunderschöne, herrliche, alte Uni. Am darauffolgenden Montag machten wir uns dann am Nachmittag gegen 15.00 Uhr auf den Weg zum Uni-Hauptgebäude, wo unsere Lehrerfortbildung stattfinden sollte. Dort trafen wir uns mit Herrn Prof. Dr. Blanz, Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Jena zu einem Vorgespräch. Nach und nach trafen immer mehr Teilnehmer ein. Überrascht waren wir von dem großen Andrang, mit dem wir eigentlich nicht gerechnet hatten, insgesamt konnten wir 86 Teilnehmer zählen. Das waren Lehrer, Schulpsychologen, Mitarbeiter der Arbeitsagentur Jena, Integrationshelfer und die Mutter eines betroffenen Kindes. Das ausgelegte Informationsmaterial war sehr schnell vergriffen. Herr Prof. Blanz begann seinen Vortrag damit, den Anwesenden den Unterschied zwischen einer Tic-Störung und dem Tourette-Syndrom zu erklären. Er berichtete über die unterschiedlichen Formen und Ausprägungen des Tourette-Syndroms und eventuelle Behandlungsmöglichkeiten. Nach diesem hervorragenden Vortrag startete die erste Fragerunde, die auch sehr ausgiebig genutzt wurde. Es wurden Fragen gestellt wie: - Sollen wir Tics ignorieren ja oder nein? - Wie erklären wir der Klasse das Tourette-Syndrom? - Können Tics gespielt werden? - Was mache ich, wenn die Tics den Unterricht stören? - Was genau ist ein Nachteilsausgleich und wie wird dieser beantragt? - Ist ein Integrationshelfer sinnvoll? Es folgte der Bericht eines
betroffenen Jugendlichen über seinen bisherigen Weg in der Schule, der
von den Anwesenden mit großem Interesse verfolgt wurde. Auch hierzu gab
es viele Fragen.
Im Anschluss fanden noch viele ínteressante Gespräche statt und es ergaben sich einige neue tolle Kontakte. Viele bedankten sich für diesen interessanten Nachmittag und ließen uns wissen, wie wichtig solche Fortbildungen sind. Spät am Abend machten wir uns auf den langen Heimweg und waren erst kurz vor Beginn des neuen Tages müde, aber sehr zufrieden zu Hause. Melanie Bödeker
|