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Unsere
Kreuzfahrt in die Norwegische Fjordwelt Schon
immer trieb es unsere Familie aufs weite Meer. Nicht etwa mit kleinen
Segelschiffen, nein, wir nutzten die Fährschiffe in Nord– und Ostsee für
Kurztrips nach Göteborg, Oslo, Harwich und nach Helsinki. Unsere Kinder
Fabian (14) und Miriam (11) reisten immer gerne mit und der Traum von
einer richtigen Kreuzfahrt wuchs von Mal zu Mal. Als Miriam neun Jahre alt
war, stellten die Ärzte bei ihr die Diagnose Tourette. Sie tict in allen
Varianten, auch vokal. Aber die Koprolalie blieb ihr bis jetzt erspart. Im
letzten Jahr schenkten meine Eltern uns die ersehnte Reise. Wir wählten
eine italienische Reederei
und traten am 17.07.05 unsere Kreuzfahrt in Kopenhagen an. Das Schiff war
schon ein echter Hingucker!
292 Meter Länge, 32 Meter Breite, 84.000 BRT, 12 Decks und Platz für 2960 Passagiere.
Miriam
ticte schon Tage vorher. Die Freude war total triggernd, aber gehört eben
zu ihr dazu. Auf dem Schiff lernten
wir innerhalb eines Tages: Hier ist jeder willkommen - auch ticende
Kinder. Miriam
war viel mit dem "Kids-Club" unterwegs. Die Kinder an Bord
sprachen insgesamt zehn verschiedene Sprachen und mussten sich oft mit Händen
und Füßen verständigen.
Die
unterschiedlichsten Kulturen trafen hier aufeinander und man hörte ständig
fröhliches Kinderlachen. Sie verabredeten sich am Pool und erfanden
Spiele, die Spielregeln vermittelten sie mit Händen und Füßen und
Miriam war mittendrin. Kein Hänseln, kein Ausgrenzen, keine Beleidigungen
und wo sie zuerst die Tics unterdrückte, ließ sie ihnen später freien
Lauf. Zum
Abendessen hatten wir einen Tisch am Rande des großen Speisesaals. Wir saßen
mit einem Ehepaar aus der Schweiz und dessen Kindern an einem Tisch.
Miriam gab sich hier nicht so unbeschwert und unterdrückte die Tics. Sie
fühlte sich beobachtet und verließ auch ab und an den Tisch. Die
Reise führte uns in die Norwegische Fjordwelt und wir waren begeistert
von der Natur.
Tagsüber
verließ ein großer Teil der Gäste das Schiff und wir genossen die
traumhafte Stille an Bord! Die Tagestouren haben wir nicht gebucht,
manchmal erkundeten wir die Städte auf eigene Faust oder blieben einfach
an Bord. Die Kinder freuten sich über die leeren Pools oder hielten das
Personal in Atem, weil drei Kinder rutschen wollten und fünf Mann auf die
Kids aufpassen mussten! Ein
gutes Buch, ein Mittagsschläfchen, traumhafte Cocktails …
und
absolut leckeres Essen - ohne es selbst kochen zu müssen - das bedeutet
Erholung pur für die Eltern. Spiele, nie Langeweile, neue Freunde und
ungestresste Eltern sorgten für Entspannung bei den Kids. Dazu die
Landschaft Norwegens: die Wasserfälle, die Farben des Wassers, die Fjorde
und Felsen. Wer hier mit offenen Augen sieht und genießt, der behält
noch lange die vielen schönen Eindrücke in seinem Herzen! Wir haben jede
Minute genossen, auch oder gerade als Tourette-Familie!
März 2006 Sabine,
Mutter von Miriam
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